CDU Remscheid - Partei und Fraktion

Kinderärztliche Versorgung in Lüttringhausen sichern – Demokratische Kräfte ziehen an einem Strang

Gemeinsame Pressemitteilung

Geschlossen setzen sich die Fraktionen von CDU und SPD sowie die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke in der Bezirksvertretung Lüttringhausen für den Erhalt der kinderärztlichen Versorgung im Stadtbezirk ein.

Gemeinsame Pressemitteilung:

Kinderärztliche Versorgung in Lüttringhausen sichern – Demokratische Kräfte ziehen an einem Strang

Mit einem gemeinsamen Prüfauftrag wenden sich die Bezirksvertreter an Oberbürgermeister Sven Wolf und seine Verwaltung, um alle Möglichkeiten zur Sicherstellung des Weiterbetriebs des pädiatrischen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Lüttringhausen umfassend prüfen zu lassen.

Das Ziel des Antrags ist klar: Eine dauerhafte Aufgabe der Praxis darf vor abschließender und sorgfältiger Prüfung sämtlicher Handlungsoptionen keine Option sein.

Die angekündigte Schließung der Kinderarztpraxis stellt für viele Familien in Lüttringhausen eine erhebliche Belastung dar. Bereits heute weichen zahlreiche Eltern auf Praxen im benachbarten Stadtteil Lennep aus. Ein weiterer Wegfall von Versorgungsangeboten würde die Situation im Stadtbezirk dramatisch verschärfen.

Breites Maßnahmenpaket zur Sicherung der Versorgung

Der Antrag umfasst unter anderem die Prüfung zusätzlicher Rekrutierungswege – auch international –, intensiver Werbemaßnahmen in Fachmedien und sozialen Netzwerken, verbesserter Vergütungsmodelle sowie möglicher Änderungen der Rechtsform des MVZ, um flexiblere und wettbewerbsfähigere Gehaltsstrukturen zu ermöglichen. Auch Anreize wie die Bereitstellung von Wohnraum oder Kinderbetreuungsangeboten sollen geprüft werden.

 

Darüber hinaus soll untersucht werden, ob Übergangslösungen mit Honorar- oder Vertretungsärzten realisierbar sind, um Versorgungslücken zu vermeiden. Ebenso wird die Suche nach alternativen Standorten im Stadtbezirk angestoßen, gegebenenfalls unter Einbindung städtischer Töchter wie der Stadtsparkasse Remscheid oder der Wohnungsgesellschaft GEWAG.

Zudem fordert die Bezirksvertretung die Kassenärztliche Vereinigung auf, frühzeitig ein tragfähiges Notfallkonzept für den Fall weiterer Praxisschließungen – auch im benachbarten Lennep – zu entwickeln.

 

Stimmen der Antragsteller

Kirstin Couteau, Sprecherin der CDU-Fraktion in der Lüttringhauser Bezirksvertretung, betont: „Für uns steht fest: Familien brauchen Verlässlichkeit. Eine wohnortnahe kinderärztliche Versorgung ist Teil der Daseinsvorsorge und damit Kernaufgabe einer verantwortungsvollen Politik, aber auch der kassenärztlichen Vereinigung. Bevor wir über eine endgültige Schließung sprechen, müssen alle wirtschaftlichen, organisatorischen und rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Denkverbote darf es nicht geben.“

 

Frank Hoffmann, Sprecher der SPD-Fraktion, erklärt: „Gesundheit darf keine Frage des Wohnortes oder der Mobilität sein. Es geht hier um Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit für Kinder und Eltern. Wir erwarten von Verwaltung und Kassenärztlicher Vereinigung ein tragfähiges Konzept, das die Versorgung dauerhaft sichert.“

 

Timm Köch, Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen in der BV Lüttringhausen, ergänzt: „Kurze Wege sind nicht nur familienfreundlich, sondern auch nachhaltig. Eine wohnortnahe medizinische Infrastruktur stärkt den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil. Wir müssen kreative Lösungen entwickeln – von neuen Arbeitszeitmodellen bis hin zu innovativen Standortkonzepten.“

 

Axel Behrend, Vertreter von Die Linke in der BV Lüttringhausen, stellt klar: „Gesundheitsversorgung gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht allein den Marktmechanismen überlassen werden. Wenn tarifliche oder rechtliche Hürden einer angemessenen Bezahlung im Wege stehen, müssen wir sie politisch hinterfragen. Unsere Kinder haben ein Recht auf eine hochwertige medizinische Betreuung – und dieses Recht steht über formalen Zwängen.“

 

Gemeinsames Signal für Lüttringhausen

Mit ihrem Schulterschluss senden die Kräfte der demokratischen Mitte in der Bezirksvertretung ein deutliches Signal: Beim Schutz der Kindergesundheit endet parteipolitisches Denken.

 

Die Antragsteller sind sich einig: Erst wenn sämtliche im Prüfauftrag benannten Maßnahmen sorgfältig bewertet und ausgeschöpft wurden, kann über das weitere Vorgehen entschieden werden. Eine vorschnelle, dauerhafte Aufgabe der Praxis kommt nicht in Betracht.

 

Denn eines steht für alle Beteiligten fest: Die Kinder in Lüttringhausen verdienen eine verlässliche, hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung.

 

 

Zum Hintergrund:

In einer Mitteilungsvorlage für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen (Drs. 17/0572, TOP 5.6) informiert die Stadtverwaltung über die bevorstehende Schließung des Teilstandortes Lüttringhausen (Gertenbachstraße 35) und Konzentration des pädiatrischen Versorgungszentrum in Alt-Remscheid (Peterstraße 20).

 

 

Link zur Drucksache 17/0572 –

Bericht zum pädiatrischen Versorgungszentrum 2024/Organisatorische Planungen:

https://sessionnet.owl-it.de/remscheid/bi/vo0050.asp?__kvonr=24362