CDU Remscheid - Partei und Fraktion

Zwischenbericht zum Gleichstellungsplan

Entwicklung, strukturelle Herausforderungen und weitere Maßnahmen

Der Zwischenbericht zum Gleichstellungsplan der Stadt Remscheid zeigt in mehreren Bereichen positive Entwicklungen, insbesondere beim steigenden Frauenanteil in Führungspositionen sowie bei der zunehmenden Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle.

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung am 06.05.2026

 

Zwischenbericht zum Gleichstellungsplan – Entwicklung, strukturelle Herausforderungen und weitere Maßnahmen

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wolf,

sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende Bailac-Cyrus, 

 

wir bitten darum, die nachfolgende Anfrage in die Tagesordnung der nächsten Sitzungen der oben genannten Gremien aufzunehmen und zu beantworten.

 

  1. Warum wurden im Gleichstellungsplan keine verbindlichen Zielgrößen definiert und wie soll unter diesen Voraussetzungen eine wirksame Steuerung der Gleichstellungsziele erfolgen? Ist vorgesehen, künftig mit Zielkorridoren oder vergleichbaren Instrumenten zu arbeiten?
  2. Wie erklärt die Verwaltung die fortbestehende Unterrepräsentanz von Frauen in höheren Besoldungsgruppen (insbesondere A14–A16) sowie in bestimmten Entgeltgruppen (z. B. EG 12 und 14)?
  3. Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um den Frauenanteil in Führungspositionen, insbesondere in höheren Hierarchieebenen, weiter zu erhöhen?
  4. Welche Strategien verfolgt die Verwaltung, um den Frauenanteil in Bereichen mit besonders niedriger Beteiligung, insbesondere in technischen Berufen, der IT sowie bei der Feuerwehr, zu erhöhen?
  5. Warum konnten bislang nur begrenzte Fortschritte beim Aufbrechen geschlechtsspezifischer Berufswahlmuster erzielt werden?
  6. Wie wird sichergestellt, dass der deutliche Anstieg von Teilzeitbeschäftigung nicht zu strukturellen Nachteilen bei Karriereverläufen führt?
  7. Welche konkreten Maßnahmen und Modelle bestehen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere im Hinblick auf Führungspositionen?
  8. Wie bewertet die Verwaltung die deutliche Zunahme geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse seit 2023, in welchen Bereichen treten diese besonders auf und sieht die Verwaltung hier strukturellen Anpassungsbedarf?

 

Begründung

 

Der Zwischenbericht zum Gleichstellungsplan der Stadt Remscheid zeigt in mehreren Bereichen positive Entwicklungen, insbesondere beim steigenden Frauenanteil in Führungspositionen sowie bei der zunehmenden Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle.

Gleichzeitig werden jedoch weiterhin strukturelle Unterschiede und Herausforderungen sichtbar. So bestehen insbesondere in höheren Besoldungs- und Entgeltgruppen weiterhin Unterrepräsentanzen von Frauen. Auch in einzelnen Fachbereichen, beispielsweise in technischen Berufen, der Informationstechnologie sowie bei der Feuerwehr, zeigt sich, dass eine ausgewogene Verteilung bislang nur in begrenztem Maße erreicht werden konnte.

Darüber hinaus ist ein deutlicher Anstieg von Teilzeitbeschäftigung zu verzeichnen, insbesondere bei Frauen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern bestehende Arbeitszeitmodelle und organisatorische Rahmenbedingungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, ohne zugleich langfristige Auswirkungen auf Karriereverläufe und Aufstiegsmöglichkeiten zu haben.

Ebenfalls auffällig ist die Entwicklung im Bereich geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse, deren Zahl in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Dies wirft Fragen nach der Struktur und Nachhaltigkeit der Beschäftigungsverhältnisse innerhalb der Verwaltung auf.

Hinzu kommt, dass im Gleichstellungsplan bewusst auf verbindliche Zielgrößen verzichtet wurde. Damit stellt sich die grundsätzliche Frage, wie die angestrebten Ziele systematisch gesteuert, überprüft und weiterentwickelt werden können.

Daher erscheint eine vertiefte Einordnung der dargestellten Entwicklungen sinnvoll, um bestehende Maßnahmen zu bewerten, strukturelle Herausforderungen klarer zu benennen und mögliche Ansatzpunkte für die weitere Umsetzung des Gleichstellungsplans herauszuarbeiten.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Markus Kötter

CDU-Fraktionsvorsitzender

 

Sahra Bissek

Sprecherin der CDU-Fraktion im Ausschuss für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung