CDU Remscheid - Partei und Fraktion

Zukunft des Schwimmens in Remscheid:

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit

Schwimmen zu können ist eine grundlegende Fähigkeit und insbesondere für Kinder und Jugendliche von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist eine funktionierende Bäderlandschaft Voraussetzung für Schulschwimmen, Schwimmausbildung, Vereins- und Wettkampfsport sowie für ein attraktives Freizeitangebot für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit am 29.09.2026

 

Zukunft des Schwimmens in Remscheid: Bäder, Wasserzeiten und Schwimmausbildung langfristig sichern

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wolf,

sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Büddicker, 

 

wir bitten darum, die nachfolgende Anfrage in die Tagesordnung der nächsten Sitzungen der oben genannten Gremien aufzunehmen und zu beantworten.

 

Schwimm- und Bäderlandschaft in Remscheid

  1. Verfügen die Stadt Remscheid beziehungsweise ihre städtischen Gesellschaften über eine langfristige Strategie für die Schwimm- und Bäderlandschaft in Remscheid? Welche Rolle sollen dabei künftig das H₂O, das Sportbad am Park, das Freibad Eschbachtal und die Badestelle Kräwinklerbrücke übernehmen?
  2. Wie bewertet die Verwaltung den heutigen und zukünftigen Bedarf an Wasserflächen für den öffentlichen Badebetrieb, das Schulschwimmen, die Schwimmausbildung sowie den Vereins- und Wettkampfsport? Reichen die vorhandenen beziehungsweise nach Fertigstellung des Freibades Eschbachtal zur Verfügung stehenden Kapazitäten hierfür voraussichtlich aus?
  3. Welche Auswirkungen hat der mehrjährige Ausfall des Freibades Eschbachtal auf H₂O und Sportbad am Park und welche Erkenntnisse zieht die Verwaltung daraus für die langfristige Entwicklung der Remscheider Bäderlandschaft?

 

H₂O und Sportbad am Park

  1. Wie bewerten die Stadtwerke beziehungsweise die H₂O GmbH den aktuellen baulichen und technischen Zustand des H₂O und des Sportbades am Park? Welche wesentlichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind dort in den kommenden fünf bis zehn Jahren erforderlich?
  2. Welche größeren Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen wurden in den vergangenen zehn Jahren im H₂O durchgeführt und welche größeren Maßnahmen sind dort sowie im Sportbad am Park bis 2030 bereits konkret geplant?
  3. Welche Investitionsbedarfe werden für beide Hallenbäder bis 2030 und perspektivisch bis 2035 erwartet, welche Maßnahmen sind bereits finanziell abgesichert und für welche besteht noch Planungs- oder Finanzierungsbedarf?
  4. Bestehen für das H₂O und das Sportbad langfristige Entwicklungs- beziehungsweise Zukunftskonzepte? Falls ja, bitten wir um Darstellung der wesentlichen Ziele und Maßnahmen. Falls nein, ist die Erarbeitung entsprechender Konzepte vorgesehen?
  5. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, die vorhandenen Wasserflächen und Kapazitäten insbesondere im Sportbad am Park besser auszunutzen oder zu optimieren?

 

3. Energie und Betrieb

  1. Wie haben sich Energieverbrauch und Energiekosten des H₂O in den vergangenen fünf Jahren entwickelt und welche wesentlichen Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs wurden bereits umgesetzt?
  2. Welche weiteren energetischen Maßnahmen sind insbesondere im Zusammenhang mit ohnehin erforderlichen Sanierungen vorgesehen? Welche Möglichkeiten einer zukünftigen Wärme- und Energieversorgung – etwa Fernwärme, Wärmepumpen, Photovoltaik oder Abwärmenutzung – wurden geprüft beziehungsweise sollen geprüft werden?
  3. Welche Bedeutung hat die kommunale Wärmeplanung für die zukünftige Energieversorgung des H₂O und besteht hierfür bereits eine langfristige energetische Strategie?
  4. Wie hoch waren die jährlichen Betriebskosten beziehungsweise wirtschaftlichen Ergebnisse von H₂O und Sportbad am Park in den vergangenen fünf Jahren und wie haben sich die erforderlichen Zuschüsse entwickelt?

 

  1. Nutzung, Wasserzeiten und Schwimmausbildung
  1. Wie haben sich die Besucherzahlen von H₂O und Sportbad am Park in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Für 2026 bitten wir um eine aktuelle Zwischenbilanz. Welche wesentlichen Veränderungen bei Auslastung und Nutzung lassen sich daraus ableiten? Wie hoch waren die durchschnittlichen täglichen Besucherzahlen (bitte differenziert nach Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen, Vereinen und Schulen ausweisen)? Kam es in den vergangenen fünf Jahren zu Einlassstopps?
  2. Wie verteilen sich die verfügbaren Wasserzeiten in H₂O und Sportbad am Park derzeit auf öffentlichen Badebetrieb, Schulen, Schwimm- und Sportvereine sowie Schwimmkurse? Wie hoch ist die tatsächliche Auslastung der jeweils vorgesehenen Zeiten?
  3. Gibt es derzeit Anfragen von Schulen oder Vereinen nach zusätzlichen Wasserzeiten, die nicht erfüllt werden können? Falls ja, in welchem Umfang?
  4. Wie viele Schwimmkurse und Kursplätze werden derzeit jährlich in den beiden Hallenbädern angeboten und wie haben sich diese Zahlen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Bestehen Wartelisten und könnten bei zusätzlichen Wasserzeiten weitere Kursangebote geschaffen werden?
  5. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung beziehungsweise den Stadtwerken darüber vor, ob es bei der gegenwärtigen Belegung Nutzungskonflikte zwischen Schulschwimmen, Vereinen, Schwimmausbildung und öffentlichem Badebetrieb gibt?

 

5. Bezahlbarkeit

18.Wie haben sich die Eintrittspreise des H₂O sowie die Preise für Schwimmkurse in den vergangenen zehn Jahren entwickelt, insbesondere für Kinder, Jugendliche und Familien?

19.Welche vergünstigten Tarife, Familienangebote oder sonstigen Unterstützungen bestehen derzeit und wie werden diese in Anspruch genommen?

20.Wie bewerten Stadt und Stadtwerke die derzeitige Preisgestaltung vor dem Hintergrund des Ziels, den Zugang zu Schwimmangeboten und insbesondere zur Schwimmausbildung auch für Familien mit geringem Einkommen zu ermöglichen?

 

6. Freibad Eschbachtal

21.Wie stellt sich der aktuelle Zeit- und Kostenplan für das Freibad Eschbachtal dar und von welchen Kapazitäten wird nach der Fertigstellung ausgegangen?

22.Welche Angebote insbesondere für Kinder, Jugendliche, Familien und die Schwimmausbildung sind nach der Fertigstellung vorgesehen?

23.Gibt es Überlegungen, das Freibad Eschbachtal künftig organisatorisch, bei Angeboten oder bei den Tarifen stärker mit H₂O und Sportbad am Park zu verzahnen?

 

7. Badestelle Kräwinklerbrücke

24.Wie bewertet die Arbeit Remscheid gGmbH die Erfahrungen der Saison 2026 an der Badestelle Kräwinklerbrücke insbesondere hinsichtlich Besucheraufkommen, Vermüllung, Vandalismus und sonstiger Störungen? Welche Schäden und Kosten sind dabei entstanden?

25.Wie werden die Erfahrungen mit dem 2026 eingesetzten Sicherheitsdienst bewertet und ist dessen erneuter Einsatz in den kommenden Jahren vorgesehen?

26.Welche baulichen, technischen oder organisatorischen Maßnahmen sollen ergriffen beziehungsweise geprüft werden, um Vandalismus und Beschädigungen künftig möglichst zu reduzieren?

 

 

8. Personal und Betrieb

27.Wie hat sich der Personalbestand in den Remscheider Bädern in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Bestehen aktuell Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachangestellten für Bäderbetriebe, Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern oder anderem erforderlichen Fachpersonal?

28.Hat die Personalsituation derzeit Auswirkungen auf Öffnungszeiten, Kursangebote oder verfügbare Wasserzeiten und welche Maßnahmen werden ergriffen, um den zukünftigen Personalbedarf zu sichern?

 

9. Gesamtfinanzierung und langfristige Sicherung

29.Welche Investitionen sind für die Remscheider Bäderinfrastruktur – insbesondere H₂O und Sportbad am Park – bis 2030 und perspektivisch bis 2035 insgesamt erforderlich? Welche dieser Investitionen sind bereits finanziell abgesichert und bei welchen besteht noch Finanzierungsbedarf?

30.Wie haben sich die jährlichen Betriebskosten und Zuschussbedarfe beziehungsweise wirtschaftlichen Ergebnisse von H₂O und Sportbad am Park in den vergangenen fünf Jahren entwickelt und mit welcher Entwicklung wird für die kommenden Jahre gerechnet?

31.Welche Förderprogramme von Bund und Land kommen für notwendige Sanierungs-, Modernisierungs- und insbesondere energetische Maßnahmen in Betracht? Welche Fördermöglichkeiten wurden bereits genutzt beziehungsweise sollen konkret beantragt werden?

32.Welche Auswirkungen auf Betriebssicherheit, Angebot, Wirtschaftlichkeit und zukünftigen Investitionsbedarf wären zu erwarten, wenn notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren nicht oder nur teilweise umgesetzt würden?

33.Wie soll die notwendige Modernisierung und Finanzierung der Remscheider Bäderinfrastruktur aus heutiger Sicht langfristig sichergestellt werden, ohne dass notwendige Investitionen dauerhaft aufgeschoben werden?

 

 

Begründung

Schwimmen zu können ist eine grundlegende Fähigkeit und insbesondere für Kinder und Jugendliche von großer Bedeutung. Gleichzeitig ist eine funktionierende Bäderlandschaft Voraussetzung für Schulschwimmen, Schwimmausbildung, Vereins- und Wettkampfsport sowie für ein attraktives Freizeitangebot für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Remscheid investiert derzeit in erheblichem Umfang in die Zukunft des Freibades Eschbachtal. Mit der umfassenden Erneuerung wird eine wichtige Entscheidung für die langfristige Sicherung des Freibadangebotes getroffen. Während der Bauzeit steht das Eschbachtal jedoch über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung. H₂O und Sportbad am Park kommt deshalb aktuell eine noch größere Bedeutung zu.

Unabhängig davon sind beide Hallenbäder dauerhaft zentrale Bestandteile der Remscheider Schwimminfrastruktur. Dabei stellen sich Fragen nach ihrem baulichen und technischen Zustand, zukünftigen Investitionen, Energieversorgung, Personal und Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig müssen ausreichend Wasserzeiten für Schulen, Vereine und die Schwimmausbildung zur Verfügung stehen, ohne den öffentlichen Badebetrieb aus dem Blick zu verlieren.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Schwimmausbildung. Ausreichende Wasserflächen allein gewährleisten noch nicht, dass Kinder schwimmen lernen können. Entscheidend ist, dass entsprechende Zeiten, Kursangebote und personelle Kapazitäten tatsächlich zur Verfügung stehen und möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen.

Auch die Bezahlbarkeit gehört aus Sicht der CDU-Fraktion zu einer langfristigen Betrachtung. Schwimmbadbesuche und insbesondere die Möglichkeit, schwimmen zu lernen, sollten nicht von den finanziellen Möglichkeiten einer Familie abhängen.

Neben den Hallen- und Freibädern ist die Badestelle Kräwinklerbrücke Bestandteil des sommerlichen Freizeitangebotes in Remscheid. Die Erfahrungen der Saison 2026 mit Vandalismus und dem Einsatz eines Sicherheitsdienstes geben Anlass, auch die zukünftige Sicherung dieses Standortes in den Blick zu nehmen.

Mit dieser Anfrage soll daher kein einzelnes Bad isoliert betrachtet, sondern erstmals ein zusammenhängendes Bild der Remscheider Schwimm- und Bäderlandschaft gewonnen werden. Ziel ist es, frühzeitig Klarheit darüber zu erhalten, welche Wasserflächen und Angebote künftig benötigt werden, welche Investitionen auf Stadt und Stadtwerke zukommen und wie Schwimmausbildung, Vereins- und Schulsport sowie ein bezahlbarer öffentlicher Badebetrieb langfristig gesichert werden können.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Markus Kötter

CDU-Fraktionsvorsitzender

 

Jens Nettekoven

Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Sport und Freizeit